Japan ist bereit für 8K Fernsehen. Man scheint Fernsehen in 4K gleich überspringen zu wollen. Der Testbetrieb startet schon im August. Bringt 8K Vorteile ?

Noch hat sich Fernsehen in 4K beziehungsweise UHD nicht als Standard etabliert, da steht schon der Nachfolger bereit.

Die meisten von uns werden noch mit einem FullHD-Gerät Fernsehen schauen. Wenn überhaupt. Ich kenne mittlerweile genügend Menschen, die zumindest behaupten kein Fernsehen mehr zu schauen. Und ich muss zugeben, das ich auch nur noch sehr, sehr selten diesem „Hobby“ fröne.

Was nicht heißt, dass mein Fernseher nichts zu tun bekommt. Es sind halt nur Konserven, die konsumiert werden oder Streaming. Das hier soll jetzt nicht in ein Klagelied über das schlechte Programm ausarten.

Aber ich finde es schon erstaunlich, dass obwohl die Fernsehsender noch nicht einmal komplett auf FullHD umgestellt haben, geschweige denn UltraHD (4K) schon 8K vorbereitet wird.

Selbst Fernsehen in 4K hat noch Seltenheitswert und auch Streaming und Konserve sind noch nicht auf 4K angekommen. Zumindest hierzulande.

Fernsehen mit 7.680 × 4.320 Pixeln

Aber in Japan ist vieles anders.
Nicht dass das Fernsehprogramm besser wäre, aber die Technik ist es.

Sony hat jetzt die ersten Module für den Empfang und Aufbereitung von digitalem Satellitenfernsehen in 8K vorgestellt. Also Fernsehen mit einer Auflösung von 7.680 × 4.320 Pixeln mit bis zu 120 FPS und einer Farbtiefe von 12-Bit. Der Ton kann bis zu 22.2 Kanäle umfassen. Das klingt alles eher nach Kino als Fernsehen für mich.

NHK, der einzige öffentlich-rechtliche Sender in Japan forscht schon seit vielen Jahren am hochauflösenden Fernsehen. Dort konnte man schon in den späten Achzigern HD-Fernsehen analog, Hi-Vision genannt empfangen.

Japan nutzt kein DVB, wie es hierzulande verwendet wird sondern ISDB (Integrated Services Digital Broadcasting), das es ebenfalls für Kabel, Satellit und terrestrisch gibt. Der Probebetrieb für den Satellitenempfang soll im August starten und ab 2018 flächendeckend verfügbar sein.

NHK nennt die Technologie in Anlehnung das analoge HD-Format Super Hi-Vision.

 

 

Ich frage mich allerdings schon, wozu das eigentlich gut sein soll. Klar, 120Hz Bildwiederholrate und auch 12Bit Farbtiefe sind schon echte Fortschritte und nicht zu verachten. Aber wofür man 8K zuhause braucht ist mir unklar.

Der Nonsense im Fernsehen wird auch in höherer Auflösung nicht besser. Und wie groß soll eigentlich der Bildschirm sein, der mit einer solchen Auflösung beschickt wird. Bei 60 Zoll oder so sieht man sicher keinen Unterschied zu 4K.

Die einzige Anwendung, die ich mir abseits von sehr großen Projektionsflächen vorstellen kann sind die Head-Mounted Displays wie sie für VR nötig sind. Eine solche Brille mit sozusagen 4K pro Auge sollte einen deutlichen Qualitätssprung darstellen.

Vielleicht wird das Ganze dann eher für die Belieferung von Kino-Multiplexen genutzt werden. Wobei dabei natürlich, wie auch beim Fernsehen noch das Problem der Datenmengen besteht. Immerhin ist das wiederum die vierfache Menge an Pixeln gegenüber UHD (4K). Irgendwo muss die gespeichert werden und auch die Übertragung wird sicher nicht so einfach.

Kommen wird die Technologie so oder so, ob sie jemand braucht oder nicht. Ich denke aber, dass hier das Problem der immer kleiner werdenden Vorteile durch höhere Auflösung noch stärker in den Vordergrund rücken wird.

NHK stürmt auf jeden Fall voran und hat auch schon einige Sendungen in Super Hi-Vision ausgestrahlt.


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